Abnehmen in den Wechseljahren: Warum es schwerer wird und was wirklich helfen kann
|
|
Lesezeit 19 min
|
|
Lesezeit 19 min
Warum verändert sich dein Bauch, obwohl du ähnlich isst wie früher? Welche Rolle spielen Hormone, Schilddrüse, Leber, Schlaf und Muskeln, und wo kann eine naturheilkundliche Begleitung sinnvoll ansetzen? In diesem Beitrag erkläre ich dir die Zusammenhänge, zeige dir alltagstaugliche Schritte und ordne ein, was GLP-1-Medikamente können und wo ihre Grenzen liegen.
Hallo meine Lieben,
dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. GLP-1-Medikamente und Hormontherapien sind verschreibungspflichtig, über sie wird ärztlich entschieden.
Irgendwann stehst du vor dem Kleiderschrank, ziehst eine Hose an, die dich bisher zuverlässig begleitet hat, und fragst dich, ob sie heimlich einen besonders heißen Waschgang gebucht hat. Dabei hast du weder angefangen, nachts den Kühlschrank leer zu essen, noch jeden Spaziergang gegen einen gemütlichen Nachmittag auf dem Sofa getauscht, und trotzdem sitzt der Bund anders als früher.
Ich kenne dieses Gefühl aus eigener Erfahrung. Mit Hashimoto hatte ich ohnehin immer mindestens drei Kleidergrößen gleichzeitig im Schrank, und als sich dann auch noch die Hormone umstellten, kam der Bauch als ganz eigenes Thema dazu. Spätestens da möchte man wissen, wer im Körper eigentlich gerade die Besprechung leitet.
Abnehmen in den Wechseljahren funktioniert oft anders als früher, und es lohnt sich, genauer hinzusehen, bevor du die nächste Diät beginnst. Dein Gewicht hängt von mehreren Faktoren ab, und eine Strategie, die mit 30 funktioniert hat, muss mit 50 weder zu deinem Alltag noch zu deinem Körper passen.
Zu einer naturheilkundlichen Betrachtung gehört für mich deshalb auch die Frage, wie du schläfst, was du tatsächlich isst, wie deine Verdauung arbeitet, ob du gut versorgt bist und wie viel Kraft dir im Alltag noch bleibt. Daraus entsteht ein hilfreicheres Bild als aus der täglichen Verhandlung mit der Waage.
Inhaltsangabe
Wenn wir über Gewichtszunahme in den Wechseljahren sprechen, landen leicht ganz verschiedene Dinge in einem Topf: mehr Körperfett, weniger Muskelmasse, Wassereinlagerungen und ein aufgeblähter Bauch. Das sind unterschiedliche Vorgänge, und es hilft sehr, sie auseinanderzuhalten.
Eine Auswertung der langjährigen SWAN-Studie zeigte, dass sich während des Übergangs zur Menopause der Fettzuwachs beschleunigte und die fettfreie Körpermasse abnahm, während die Gewichtszunahme zu Beginn dieses Übergangs nicht in gleichem Maß schneller wurde. Deine Figur kann sich also verändern, obwohl die Waage kaum etwas davon meldet. Die Untersuchung hat Entwicklungen über die Zeit beobachtet, sie beweist also nicht, dass bei jeder Frau ein einzelnes Hormon dafür verantwortlich ist. [1]
Mit der hormonellen Umstellung wandert das Fett außerdem häufig Richtung Bauch, und so entsteht das, was viele als Bauchfett in den Wechseljahren kennen. Dazu kommen das Älterwerden, weniger Bewegung und veränderte Lebensgewohnheiten, die ebenfalls auf das Gewicht einwirken, sodass sich längst nicht jedes zusätzliche Kilo allein mit einem sinkenden Östrogenspiegel erklären lässt. [2]
Für deine Planung ist das wichtig: Wenn du nur weniger isst und dabei Kraft und Muskeln verlierst, zeigt die Waage vielleicht eine kleinere Zahl, und trotzdem ist es nicht das Ergebnis, das du dir gewünscht hast.
„Eine Strategie, die mit 30 funktioniert hat, muss mit 50 weder zu deinem Alltag noch zu deinem Körper passen.“ Parri
Insulin ist so etwas wie der Türöffner, der Zucker aus dem Blut in die Körperzellen bringt. Bei einer Insulinresistenz reagieren die Zellen schwächer auf dieses Signal, und die Bauchspeicheldrüse muss zunächst mehr Insulin bereitstellen, damit der Blutzucker im Rahmen bleibt. Bauchfett und Bewegungsmangel können dabei eine Rolle spielen. [3]
Das heißt aber nicht, dass jede Frau mit einem veränderten Bauch automatisch eine Insulinresistenz hat, und auch die Müdigkeit nach dem Mittagessen reicht als Diagnose nicht aus.
Im Alltag hilft es, Mahlzeiten so zusammenzustellen, dass sie satt machen und dich gut versorgen, zum Beispiel mit Gemüse, einer Eiweißquelle, ballaststoffreichen Kohlenhydraten und einer passenden Menge Fett. Bewegung gehört genauso dazu, sonst schrumpft das ganze Thema schnell auf die Frage zusammen, ob du noch Brot essen darfst.
Kohlenhydrate müssen dabei nicht grundsätzlich verschwinden, denn ein Linsengericht ist etwas anderes als ein süßes Getränk, und ein vernünftiger Ernährungsplan berücksichtigt diesen Unterschied. Bei einem erhöhten Stoffwechselrisiko können Nüchternblutzucker und HbA1c zur Einordnung beitragen, und alle weiteren Untersuchungen richten sich nach deiner konkreten Situation. [3]
Beim Thema Schilddrüsenunterfunktion und Gewicht gibt es tatsächlich einen Zusammenhang: Eine Unterfunktion kann den Energieverbrauch verringern und eine Gewichtszunahme begünstigen, wobei ein Teil dieser Zunahme auf Salz- und Wassereinlagerungen zurückgeht. Trotzdem erklärt Hashimoto nicht jedes Gewichtsproblem, und auch eine gut eingestellte Behandlung der Unterfunktion bringt nicht automatisch eine große Gewichtsabnahme mit sich. [4]
Wenn du trotz Behandlung deutlich erschöpft bist, frierst, mit Verstopfung zu tun hast oder eine auffällige Gewichtsveränderung bemerkst, sollte deine Schilddrüsenfunktion im Zusammenhang mit diesen Beschwerden geprüft werden. Bei einer behandelten Unterfunktion gehören für mich TSH, das freie T4 und das freie T3 zusammen, denn erst gemeinsam zeigen sie, wie viel Hormon ankommt und wie gut es in die aktive Form umgewandelt wird. Manchmal schaue ich mir zusätzlich das reverse T3 (rT3) an, eine inaktive Form des Hormons, die zum Beispiel bei starkem Kaloriendefizit oder akuten Erkrankungen vermehrt gebildet werden kann. Für die Einstellung deiner Schilddrüsenhormone ist dieser Wert in den Fachempfehlungen nicht vorgesehen, er gehört also nicht zu jeder Blutentnahme.
Dazu gehört auch die Frage, wie du deine Schilddrüsenhormone einnimmst. Eisen und Calcium können die Aufnahme von Levothyroxin beeinträchtigen, wenn sie zu dicht zusammen eingenommen werden, deshalb gelten hier die Einnahmehinweise deines Arzneimittels. [18]
Was ich dagegen gar nicht sinnvoll finde, ist der Versuch, Schilddrüsenhormone als Abkürzung zum Abnehmen zu benutzen. Eine Überdosierung hilft dem Stoffwechsel nicht weiter, sie kann unter anderem Herz und Knochen belasten. [4]
Die naturheilkundliche Begleitung setzt daneben bei Ernährung, Verdauung, Schlaf, Bewegung und möglichen Versorgungslücken an. Eine notwendige Hormonbehandlung bleibt dabei die Grundlage. Blogbeitrag: Hashimoto und Gewichtszunahme ab 35
Muskeln tragen dich die Treppe hoch, helfen dir beim Aufstehen und beim Schleppen der Einkäufe, und ganz nebenbei gehören sie zu den Geweben, die Zucker aufnehmen und verarbeiten. Gerade wenn du Gewicht verlieren möchtest, lohnt es sich deshalb, Muskelkraft und Ernährung gemeinsam zu betrachten.
Eine randomisierte Untersuchung bei Frauen nach der Menopause zeigte, dass Kraft- und Belastungstraining die Körperzusammensetzung verbessern und die fettfreie Gewebemasse erhöhen konnte. Große Gewichtsverluste bringt deshalb nicht jedes Training mit sich, die Studie zeigt aber, dass Bewegung mehr bewirken kann, als die Waage abbildet. [5]
Für den Einstieg können zwei passend dosierte Krafteinheiten pro Woche sinnvoll sein, ergänzt durch regelmäßige Bewegung im Alltag. Ob du dafür Geräte, Hanteln, Trainingsbänder oder dein eigenes Körpergewicht nutzt, hängt von deiner Ausgangslage ab. Wichtig ist, dass die Belastung zu dir passt und mit der Zeit mitwachsen darf. [2]
Einer meiner wichtigsten Grundsätze lautet dabei: Du darfst deinen Alltag nur so verändern, wie du es auch wirklich ohne Stress umsetzen kannst. Wenn dich drei feste Termine im Fitnessstudio pro Woche vor allem unter Druck setzen, bringt dir diese Sporteinheit unterm Strich eher Belastung als Nutzen.
Zur Ernährung gehört eine erkennbare Eiweißquelle in den Hauptmahlzeiten, etwa Fisch, Eier, Joghurt oder Quark, Tofu oder Hülsenfrüchte. Wie viel du davon brauchst, ist individuell, denn der Eiweißbedarf hängt unter anderem von Alter, Aktivität, Körpergewicht und Erkrankungen ab.
Und falls du bisher kaum trainiert hast: Du musst nicht am ersten Montag dein ganzes früheres Leben mit einer Hantel wiedergutmachen. Ein kleiner Anfang, den du wiederholst, hilft dir mehr als ein großer, nach dem du drei Tage kaum vom Sofa hochkommst.
„Ein kleiner Anfang, den du wiederholst, hilft dir mehr als ein großer, nach dem du drei Tage kaum vom Sofa hochkommst.“
Wer schlecht geschlafen hat, kennt diesen nächsten Tag, an dem die Geduld dünn ist und etwas Süßes plötzlich erstaunlich vernünftig wirkt. In den Wechseljahren kommen Nachtschweiß, Hitzewallungen und innere Unruhe oft noch dazu und unterbrechen die Nächte zusätzlich.
Eine randomisierte Studie mit 80 Erwachsenen, die Übergewicht hatten und regelmäßig zu kurz schliefen, hat untersucht, was eine Verlängerung des Schlafs bewirken kann. In der Gruppe mit mehr Schlaf sank die tägliche Energieaufnahme im Vergleich zur Kontrollgruppe im Mittel um etwa 270 Kilokalorien. Die Untersuchung war kurz und betraf überwiegend junge Erwachsene, eine Garantie für Frauen in den Wechseljahren ist sie also nicht. Sie zeigt aber, dass Schlaf das Essverhalten beeinflussen kann. [6]
Für eine naturheilkundliche Begleitung ist das ein guter Grund, die Nächte ernst zu nehmen. Ein ruhiger Abend, weniger Koffein am späten Tag, Tageslicht und regelmäßige Schlafzeiten können mögliche Ansatzpunkte sein. Wenn Hitzewallungen, Schlafapnoe oder andere Beschwerden den Schlaf stören, braucht es zusätzlich eine gezielte Behandlung.
Auch die psychotherapeutische Seite gehört für mich dazu, und manchmal beginnt sie mit einer ehrlichen Frage: Esse ich, weil ich Hunger habe, oder weil endlich niemand mehr etwas von mir möchte? Erste Hinweise sprechen dafür, dass achtsames Essen und Entspannungsverfahren eine Gewichtsbehandlung ergänzen können, belastbar ist die Datenlage aber noch nicht. [7]
Stressabbau lässt Fett zwar nicht automatisch schmelzen, er kann dir aber helfen, deine Bedürfnisse besser wahrzunehmen und Veränderungen im Alltag überhaupt umsetzen zu können.
Wenn dein Bauch morgens noch brav aussieht und sich abends deutlich mehr Platz nimmt, muss das nicht heißen, dass du innerhalb weniger Stunden Fett angesetzt hast. Blähungen, Verstopfung, die Mahlzeiten des Tages und der Darminhalt können den Umfang beeinflussen.
Deshalb lohnt es sich zu beobachten, ob sich dein Bauch zusammen mit der Verdauung verändert. Ballaststoffe langsam zu steigern, ausreichend zu trinken und dich regelmäßig zu bewegen, kann ein vernünftiger Anfang sein, und welche Lebensmittel gut zu dir passen, hängt auch von deiner Verträglichkeit ab.
Das Darmmikrobiom wird im Zusammenhang mit Stoffwechsel und Gewicht intensiv erforscht, eine allgemein wirksame „Abnehm-Darmkur“ ergibt sich daraus bisher aber nicht. Auch bei Präparaten mit Bakterienkulturen lassen sich die Ergebnisse einzelner Bakterienstämme nicht auf jedes beliebige Präparat übertragen. [8]
Mehr dazu im Blogbeitrag „Was hat dein Darm mit den Wechseljahren zu tun?“
Über die Leber wird beim Abnehmen erstaunlich selten gesprochen, dabei ist sie an vielem beteiligt, was in diesem Beitrag bisher vorkam. Deshalb lohnt es sich, ihre Aufgaben einmal genauer anzuschauen.
Beim Hormonhaushalt ist die Leber zum Beispiel daran beteiligt, Östrogene zu verstoffwechseln und so umzubauen, dass der Körper sie über Galle und Nieren ausscheiden kann. Sie bildet außerdem das Transporteiweiß SHBG, an das Sexualhormone im Blut gebunden werden, und auch ein Teil der Umwandlung von T4 in das aktive Schilddrüsenhormon T3 findet in der Leber statt. Wenn sich in den Wechseljahren die Hormone neu sortieren, arbeitet die Leber also im Hintergrund an vielen Stellen mit.
Auch im Zuckerstoffwechsel hat sie eine Schlüsselrolle: Sie speichert Zucker in Form von Glykogen und gibt ihn bei Bedarf wieder ins Blut ab, damit der Blutzucker zwischen den Mahlzeiten nicht in den Keller rutscht. Dazu kommt das Cholesterin, denn die Leber bildet einen großen Teil des körpereigenen Cholesterins selbst und baut es unter anderem zu Gallensäuren um, die wir für die Fettverdauung brauchen. Deshalb lohnt es sich, in dieser Lebensphase auch die Blutfettwerte im Blick zu behalten.
Eine Fettleber steht häufig im Zusammenhang mit Übergewicht und Insulinresistenz. Bei einer metabolisch bedingten Fettleber gehören Ernährung, Bewegung und gegebenenfalls eine Gewichtsreduktion zu den wichtigen Maßnahmen. [3, 9]
In der Naturheilkunde hat die Leber seit jeher einen besonderen Platz, und in der TCM gilt sie im traditionellen Erklärungsmodell als das Organ, das für den freien Fluss des Qi zuständig ist. Für mich heißt das im Alltag vor allem eines: Die Leber möchte gepflegt werden, und zwar jeden Tag ein bisschen. Dazu gehören regelmäßige, ausgewogene Mahlzeiten, weniger zuckerreiche Getränke, ein bewusster Umgang mit Alkohol, Bewegung und ausreichend Schlaf. Das klingt unspektakulär, ist aber genau die Art von Pflege, mit der deine Leber im Alltag am meisten anfangen kann.
„Die Leber möchte gepflegt werden, und zwar jeden Tag ein bisschen.“
Wenn du weniger isst, wird nicht automatisch nur die Energiemenge kleiner. Je nachdem, wie deine Mahlzeiten aussehen, können auch Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe zu kurz kommen.
Bei ausgeprägter Müdigkeit und starken oder langen Blutungen ist zum Beispiel eine Abklärung des Eisenstatus sinnvoll, besonders in der Perimenopause, wenn die Blutungen unregelmäßig und zeitweise stärker werden können.
Vitamin D trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei, und eine unzureichende Versorgung sollte ernst genommen werden. Bei begründetem Verdacht auf einen Mangel kann eine Messung von 25-OH-Vitamin D helfen, eine Ergänzung passend zu planen. Belege dafür, dass Vitamin D allein zuverlässig Gewicht reduziert, gibt es bisher allerdings nicht. [10]
Ganz unwichtig ist Vitamin D für den Stoffwechsel trotzdem nicht. Es wirkt im Körper eher wie ein Hormon, viele Gewebe besitzen eigene Andockstellen dafür, und es ist an zahlreichen Vorgängen beteiligt. Vitamin D trägt unter anderem zur Erhaltung einer normalen Muskelfunktion und zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Gerade die Muskeln sind in den Wechseljahren ein wichtiger Partner, wenn es um den Energieverbrauch geht. Deshalb lohnt es sich für mich, auf einen guten Vitamin-D-Spiegel zu achten, auch wenn er allein noch keine Kilos verschwinden lässt.
In meiner naturheilkundlichen Betrachtung schaue ich außerdem auf die Versorgung mit Magnesium und Vitamin K. Eine automatische Kombination aus hohen Vitamin-D-Dosen, Magnesium und K2 ist allerdings keine allgemeingültige wissenschaftliche Regel, hier kommt es auf Bedarf, Ernährung und Medikamente an.
Ein nachgewiesener Mangel sollte gezielt und fachlich begleitet ausgeglichen werden, zusätzliche Nährstoffe werden dadurch aber noch lange nicht zum Abnehmmittel. Auch Selen, Jod oder Pflanzenstoffe sollten bei Hashimoto nicht als pauschale Stoffwechselbeschleuniger eingesetzt werden.
In der TCM werden Beschwerden in ihrem Zusammenhang betrachtet, sodass Verdauung, Schlaf, Temperaturgefühl, Erschöpfung und innere Unruhe gemeinsam in die Einordnung einfließen können. Begriffe wie „Milz-Qi-Schwäche“ oder „Feuchtigkeit“ gehören zu diesem traditionellen Erklärungsmodell. Gemeint ist damit weder eine geschädigte Milz noch ein im Labor gemessener Stoffwechselzustand.
Aus dieser Betrachtung können individuell passende Empfehlungen entstehen, etwa zu regelmäßigen Mahlzeiten, ihrer Zubereitung und Verträglichkeit. Wenn du gekochtes Gemüse besser verträgst als große Rohkostberge, darf dein Ernährungsplan das ruhig berücksichtigen. Bekömmlichkeit hilft bei der Umsetzung, einen besonderen Fettverbrennungseffekt beweist sie allerdings nicht.
Akupunktur oder pflanzenheilkundliche Verfahren können je nach Beschwerdebild als Ergänzung besprochen werden, ein verlässliches Abnehmversprechen würde ich daraus aber nicht ableiten. Bei Kräutern gehören außerdem die konkrete Zusammensetzung, die Qualität und mögliche Wechselwirkungen zur Auswahl. [11]
Bei Produkten, die als „natürliches GLP-1“ beworben werden, lohnt sich ein kritischer Blick. Nur weil ein Pflanzenstoff im Labor einen ähnlichen Signalweg beeinflusst wie ein geprüftes Arzneimittel, ist er diesem noch lange nicht gleichwertig.
Wer meine Beiträge über Östrogen und Progesteron gelesen hat, fragt sich vielleicht, ob eine Hormontherapie auch beim Gewicht helfen kann.
Eine passend ausgewählte Hormontherapie kann Wechseljahresbeschwerden behandeln, und wenn dadurch zum Beispiel die Nächte ruhiger werden, kann es leichter fallen, Bewegung und Ernährung umzusetzen. Auf Fettverteilung und Muskelerhalt sind eher begrenzte Effekte beschrieben, als Abnehmbehandlung ist eine Hormontherapie deshalb nicht gedacht. [2]
Der Satz „Du brauchst nur Progesteron, dann verschwindet der Bauch“ wäre schön, ist aber zu einfach. Ob eine Hormontherapie für dich sinnvoll ist, richtet sich nach deinen Beschwerden, möglichen Risiken und deiner persönlichen Situation.
Wenn du Wirkung und Grenzen genauer einordnen möchtest, findest du in den Beiträgen über Östrogen und Progesteron mehr dazu.
GLP-1 ist ein körpereigenes Hormon, das unter anderem an der Regulation von Blutzucker und Sättigung beteiligt ist. Medikamente wie Semaglutid setzen an seinem Rezeptor an. Der Wirkstoff Tirzepatid wirkt zusätzlich am GIP-Rezeptor und wird deshalb als dualer Wirkstoff bezeichnet. [12, 13]
Bestimmte Präparate sind zur Gewichtsregulation bei Erwachsenen mit Adipositas zugelassen, also ab einem BMI von 30, oder ab einem BMI von 27, wenn bestimmte gewichtsbezogene Begleiterkrankungen vorliegen. Die Wechseljahre allein sind dafür keine Indikation. [12, 13]
In der STEP-1-Studie verloren Erwachsene ohne Diabetes unter wöchentlichem Semaglutid nach 68 Wochen im Mittel 14,9 Prozent ihres Ausgangsgewichts, unter Placebo waren es 2,4 Prozent. Beide Gruppen erhielten zusätzlich eine Lebensstilbegleitung. Die Studie war allerdings nicht speziell auf Frauen in den Wechseljahren mit Hashimoto ausgerichtet. [14]
Für mich stehen Naturheilkunde und eine begründete medikamentöse Behandlung nicht grundsätzlich im Widerspruch. Ich möchte wissen, welche Daten es gibt, welche Nebenwirkungen auftreten können und ob die Behandlung zur Person passt. Bei neuen Medikamenten denke ich gern an ein neues Automodell: Am Anfang sind alle begeistert, und welche Kinderkrankheiten im Alltag wirklich auftauchen, zeigt sich oft erst, wenn das Modell ein paar Jahre auf der Straße unterwegs ist.
Gerade wenn der Appetit deutlich abnimmt, bleibt eine ausreichende Versorgung besonders wichtig. Eiweiß, passende Mahlzeiten, genug Trinken und Krafttraining verdienen dann Aufmerksamkeit, damit eine Gewichtsabnahme nicht unnötig mit Kraftverlust einhergeht. Übelkeit, Verstopfung oder andere Verdauungsbeschwerden sollten in der Begleitung offen angesprochen werden. [12, 13, 17]
Hashimoto ist nicht automatisch ein Ausschlussgrund für GLP-1-Medikamente, die individuelle Eignung muss aber ärztlich geprüft werden. Bestimmte seltene Schilddrüsenkrebserkrankungen und erbliche Syndrome werden dabei anders beurteilt als eine Hashimoto-Thyreoiditis. [15]
Bei deutlicher Gewichtsabnahme kann sich außerdem der Bedarf an Levothyroxin verändern. Deine Schilddrüsenwerte sollten dann kontrolliert werden, damit die bisherige Dosis weder ungeprüft weiterläuft noch auf eigene Faust verändert wird. [15]
Hashimoto ist nicht automatisch ein Ausschlussgrund für GLP-1-Medikamente, die individuelle Eignung muss aber ärztlich geprüft werden. Bestimmte seltene Schilddrüsenkrebserkrankungen und erbliche Syndrome werden dabei anders beurteilt als eine Hashimoto-Thyreoiditis. [15]
Bei deutlicher Gewichtsabnahme kann sich außerdem der Bedarf an Levothyroxin verändern. Deine Schilddrüsenwerte sollten dann kontrolliert werden, damit die bisherige Dosis weder ungeprüft weiterläuft noch auf eigene Faust verändert wird. [15]
GLP-1-Medikamente sind keine etablierte Behandlung der Hashimoto-Autoimmunerkrankung. Zu einer solchen Behandlung gehört außerdem ein langfristiger Plan: In der Nachbeobachtung einer Teilgruppe der STEP-1-Studie nahmen die Teilnehmer innerhalb eines Jahres nach dem Absetzen im Mittel etwa zwei Drittel des zuvor verlorenen Gewichts wieder zu, wobei gleichzeitig auch die strukturierte Lebensstilbegleitung endete. Das spricht dafür, das Halten des Gewichts von Anfang an mitzudenken. [16]
In meiner Praxis begleite ich einige Patientinnen, die eine GLP-1-Behandlung machen, und ich habe dabei gelernt, worauf es besonders bei der Ernährung ankommt, damit der Jo-Jo-Effekt nach dem Absetzen möglichst ausbleibt. Wenn dich interessiert, wie ich solche Behandlungen aus naturheilkundlicher Sicht begleite, schreib es mir gern unten in die Kommentare. Kommt genug Interesse zusammen, widme ich dem Thema einen eigenen Beitrag.
Eine persönliche Beratung zu deiner eigenen Behandlung kann ich auf diesem Weg allerdings nicht geben, die gehört in die Hände deiner Ärztin oder deines Arztes.
Bevor du alles gleichzeitig umkrempelst, schau dir ein bis zwei Wochen lang deinen Alltag an. Beobachte Mahlzeiten, Schlaf, Verdauung, Bewegung und Beschwerden, ohne daraus eine neue Prüfung zu machen, bei der du jeden Abend durchfallen kannst.
Wenn eine Gewichtsabnahme gesundheitlich sinnvoll ist, braucht sie in der Regel über längere Zeit eine geringere Energieaufnahme, als dein Körper verbraucht. Eine Hungerkur muss das trotzdem nicht sein, denn Hormone, Schlaf, Hunger und Alltag beeinflussen, wie gut sich diese Veränderung erreichen und halten lässt.
Ja. Die körperlichen Veränderungen machen Abnehmen nicht unmöglich, es hilft aber, wenn Ernährung, Bewegung, Schlaf und gegebenenfalls die Behandlung von Erkrankungen zu deiner aktuellen Situation passen.
Die Fettverteilung und die Körperzusammensetzung können sich verändern, und auch Blähungen, Verstopfung und Wasser beeinflussen den Bauchumfang. Deshalb lohnt es sich, die Veränderung genauer einzuordnen. [1, 2]
Nein, ein pauschaler Verzicht ist nicht nötig. Menge, Qualität, Verträglichkeit und deine gesamte Ernährung sind wichtiger als ein grundsätzliches Verbot. Kommt eine Stoffwechselerkrankung dazu, wird der Plan entsprechend angepasst.
Eine bedarfsgerechte Versorgung ist sinnvoll, und ein nachgewiesener Mangel sollte gezielt und fachlich begleitet behandelt werden. Ein allgemeiner Abnehmeffekt folgt daraus jedoch nicht. Bei Bakterienkulturen hängen mögliche Wirkungen außerdem vom Stamm, der Dosis und der untersuchten Personengruppe ab. [8, 10]
Hashimoto schließt eine solche Behandlung nicht grundsätzlich aus. Ob sie geeignet ist, hängt unter anderem von der Indikation, weiteren Erkrankungen und der Medikation ab. Bei größerer Gewichtsabnahme kann eine Kontrolle der Schilddrüsenhormondosis erforderlich werden. [15]
Die Leber ist unter anderem an der Verstoffwechselung von Östrogen, am Zuckerstoffwechsel und am Cholesterinhaushalt beteiligt. Regelmäßige Mahlzeiten, wenig zuckerreiche Getränke, ein bewusster Umgang mit Alkohol und Bewegung sind deshalb ein guter Weg, sie im Alltag zu pflegen. [9]
Hashimoto schließt eine solche Behandlung nicht grundsätzlich aus. Ob sie für dich geeignet ist, wird ärztlich geprüft und hängt unter anderem von der Indikation, weiteren Erkrankungen und deinen Medikamenten ab. Bei größerer Gewichtsabnahme kann es nötig werden, die Dosis deiner Schilddrüsenhormone zu überprüfen. [15]
Progesteron ist kein etabliertes Abnehmmittel. Eine begründete Hormonbehandlung kann bestimmte Beschwerden verbessern, sollte aber nicht mit dem Versprechen eines Gewichtsverlusts verbunden werden. [2]
Meine persönlichen Schlussgedanken
Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie fremd sich ein Körper anfühlen kann, den man doch schon so lange kennt. Gerade mit Hashimoto wünscht man sich manchmal einfach eine verständliche Antwort und einen Weg, der sich im Alltag auch wirklich gehen lässt.
Mir ist wichtig, dass du dich dabei nicht auf eine Kleidergröße reduzierst. Du darfst eine Veränderung trotzdem ernst nehmen und dir Unterstützung suchen, wenn du dich unwohl fühlst oder gesundheitliche Fragen auftauchen.
Was dein Körper jetzt verdient, ist ein passender Plan mit vernünftiger Ernährung, mehr Kraft, guter Begleitung und etwas Geduld. Vielleicht sitzt die Hose dann irgendwann wieder angenehmer, und falls nicht, darf ausnahmsweise auch einmal die Hose auf den Prüfstand.
Dieser Beitrag dient der Information. Er ersetzt keine individuelle Diagnose oder Behandlung. GLP-1-Medikamente und Hormontherapien sind verschreibungspflichtig und sollten mit Blick auf Beschwerden, Vorerkrankungen, Risiken und bestehende Medikamente ärztlich besprochen werden. Bitte verändere die Dosis deiner Schilddrüsenhormone oder anderer verordneter Medikamente nie selbst. Eine auffällige Gewichtsveränderung, anhaltende Erschöpfung oder starke Verdauungsbeschwerden sollten medizinisch abgeklärt werden.
Deine Parri
Beim Thema Gewicht tragen Ernährung, Bewegung, Schlaf und eine gute ärztliche Begleitung die Hauptlast. Ein Nahrungsergänzungsmittel ersetzt davon nichts, und keines unserer Produkte ist ein Abnehmmittel.
Wenn du deine tägliche Vitalstoffversorgung strukturiert ergänzen möchtest, kannst du dir das Hashifit System anschauen. Es ist ein Bausteinsystem mit ausgewählten Mikronährstoffen, aus dem du die Bausteine auswählst, die zu dir passen. Eine notwendige medizinische Behandlung, eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung und eine gesunde Lebensweise bleiben dabei die Grundlage.
Welche Nährstoffe in welchem Baustein stecken, steht auf der Seite „Das Hashifit System“.
Quellen